Loveparade: Technomusik ein unbeschwertes Vergnügen?

Es werden schwere Vorwürfe gegen die Stadt Duisburg sowie gegen den Veranstalter Lovapent erhoben: 20 Menschen kamen auf tragische Weise ums Leben, und über 500 sind verletzt. Schlimm genug. Aber reicht es aus, den Schuldigen zu finden und den Tod der jungen Menschen zu beklagen? Ist das ganze nur eine Frage des Sicherheitskonzepts?

Die Loveparade gibt es ja schon länger: Alle Jahre wieder flatterten dem Fernsehzuschauer die Bilder freizügig (un-)bekleideter und tanzender Personen ins Haus. Dabei ist es kritischen Zeitgenossen nicht entgangen, dass solche Veranstaltungen, auch Rave genannt, nicht ohne Drogenkonsum ablaufen. Bekannt ist hier die Droge Ecstasy, die in den 1980er Jahren schnell bei der aufkommenden Rave-Kultur Eingang fand. Rave (aus dem englischen kommend) bezeichnet eine Tanzveranstaltung mit elektronischer Musik, kurz „Techno“ genannt. Rave bedeutet: Rasen, schwärmen, toben, fantasieren. Bei Techno gibt es verschiedene Stilrichtungen: Der härtere Stil: Hardcore Techno, Hardstyle, Schranz, Detroit Techno; der gemäßigte: Techno, House oder Breakbeat/Drum and Bass; eher sanfte, melodiöse Stilrichtungen sind Trance, Ambient, Goa, Hands Up und Chill-Out-Musik. Drum an Bass gibt es bis zu einer Schlagzahl von 300 pro Minute, was fünf Schlägen pro Sekunde entspricht. Wer hält so etwas ohne Betäubung aus? Ohne ein Technospezialist zu sein hat der Autor dieses Beitrags die Wucht der (disharmonischen) Technomusik am eigenen Leibe schmerzhaft erfahren. Es war Mitte der 1990er Jahre in München auf dem Odeonsplatz. Nur durch die Flucht in eine nahegelegene Kirche konnte er diese Schläge ertragen. Es schien, als ob diese Töne Mark und Bein treffen und zerstören wollten. Es war satanisch- teuflisch – der Widersacher Gottes ist ja der Menschenmörder von Anfang an, wie es in der Schrift heißt.

Ich weiß nicht, welche Techno-Richtung aktuell in Duisburg dominant war. Harmlos sind sie meines Erachtens aber alle nicht. Sicher gingen zu diesen „Parties“ auch immer Ahnungslose, die ein harmloses Vergnügen suchten. Vor diesem Hintergrund kann man die Reaktionen der Kirchen in Deutschland teilweise verstehen, aber eben nur teilweise, weil sie in der Vergangenheit über den „Wert“ oder „Unwert“ dieser Veranstaltungen geschwiegen und daher den Menschen keine Orientierung geboten haben.

Die großen Kirchen in Deutschland haben mit Betroffenheit auf das Unglück bei der Loveparade in Duisburg reagiert. „Dass so viele junge Menschen, die fröhlich und unbeschwert feiern wollten, ihr Leben verloren haben, erfüllt mich mit großem Schmerz“, sagte der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck am Sonntag in seiner Predigt. Die Evangelische Kirche im Rheinland verdoppelte nach der Katastrophe die Zahl der Notfallseelsorger vor Ort von 15 auf 30. In der nahe dem Unglücksort gelegenen katholischen Kirche Sankt Gabriel wurde am Sonntagvormittag die Totenglocke für die Opfer geläutet. Papst Benedikt XVI. gedachte beim Angelus-Gebet in seiner Sommerresidenz Castelgandolfo der jungen Menschen, die auf tragische Weise ums Leben gekommen seien. Auch der Kölner Erzbischof Joachim Meisner zeigte sich bestürzt über das Unglück in seinem Nachbarbistum. Das geht aus einer Pressemitteilung von diesem Montag hervor. Ein unbeschwertes Vergnügen (?) habe mit einem schrecklichen Unglück geendet, so Meisner. Er schließe die Verstorbenen, die Verletzten und ihre Angehörigen in sein Gebet ein und erbitte Gottes Kraft für sie, so der Kardinal.  - Quelle: Radio Vatikan

Diesem Gebet schließe ich mich mit dem Zusatz an, dass möglichst alle jungen Menschen zum Glauben an ihren Heiland Jesus Christus finden und Gott die Ehre geben. Im Tagespsalm (Ps 33) von heute heißt es: „doch das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren, die nach seiner Güte ausschauen…“

Heinz Josef Ernst

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Die Pfeile des Bösen abwehren

Der Apostel Paulus ruft dazu auf, die Waffenrüstung Gottes anzulegen, um den Ränken des Teufels standhalten zu können. Denn unser Kampf geht nicht gegen Blut und Fleisch, sondern gegen die Mächte und Gewalten, gegen die Herrscher dieser Weltzeit.

Wer gehört zu den aktuellen Herrschern dieser Weltzeit? Dazu zählen die Feinde Gottes, die auch Feinde der Kirche und des Vertreters Christi auf der Erde sind. Sie gehören zu den Jüngern Luzifers, den Urverführer, den Vater der Lüge. Sie wirken zum Beispiel durch Massenmedien, die Tatbestände so verdrehen, dass die anvisierten „Zielgruppen“ oder „Zielpersonen“ verunglimpft und unglaubwürdig gemacht werden.

Ein aktuelles Beispiel dafür ist das „Aufschäumen“ von Zeitungen wie die New York Times und weiteren Medien im anglo-amerikanischen Bereich anlässlich der Veröffentlichung neuer kirchenrechtlicher Bestimmungen zur Behandlung von „Schwerwiegenden Straftaten“. Diese Norma de gravioribus delictis (im Folgenden „Norma“ genannt) behandelt Strafttaten gegen Glaube und Sakramente, sowie Mißbrauchsfälle. Dabei wurden die Bestimmungen zur Ahndung der Mißbrauchsfälle verschärft.

Der Artikel 5 der Norma regelt die Behandlung der versuchten Weihe einer Frau. Frauenweihe war bekanntlich noch nie erlaubt und ist bereits im kanonischen Recht (can. 1378) behandelt. Es heißt jetzt im Abschnitt 1: „Unbeschadet der Vorschrift des kanonischen Rechts zieht sich jeder, der einer Frau die heilige Weihe zu spenden, wie auch der Frau, welche die heilige Weihe zu empfangen versucht, die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Strafe zu…“

Was die Zeitungen zum Angriff auf Papst Benedikt beflügelt hat, ist die Bezeichnung der noch nie erlaubten Frauenweihe als „schwerwiegende Straftat“ in dieser Norma. Papst Benedikt wurde in der Weise zitiert, als ob er die Weihe von Frauen für gleich schlimm hielte wie sexuellen Mißbrauch an Minderjährigen.

Eine solche Gegenüberstellung ist diabolisch, heuchlerisch. Das eine Vergehen hat mit dem anderen nur insoweit zu tun, als dass beide Grenzüberschreitungen sind, Straftaten, für deren Ahndung Bestimmungen festgelegt wurden.

Was die Zeitungsartikelschreiber übersehen (oder ignorieren) ist, dass die Ordination von Pfarrern/Pfarrerinnen, wie sie im protestantischen Bereich üblich ist, nach katholischem Verständnis und Recht keine Weihe ist. Im katholischen Katechismus heißt es in den Abschnitten 1581 und 1582 zum Weihesakrament: „Durch die besondere Gnade des Heiligen Geistes gleicht dieses Sakrament den Empfänger Christus an, damit er als Werkzeug seiner Kirche diene. Die Weihe ermächtigt ihn, als Vertreter Christi, des Hauptes, in dessen dreifacher Funktion als Priester, Prophet und König zu handeln. Wie bei der Taufe und bei der Firmung wird diese Teilhabe am Amt für allemal gewährt. Auch das Weihesakrament verleiht ein unauslöschliches geistliches Zeichen und kann weder wiederholt noch auf Zeit gespendet werden.“

Zu ergänzen ist hier noch die Tatsache, dass das Weihesakrament (Diakon, Priester, Bischof) in der apostolischen Sukzession steht: Jesus hat zwar Jüngerinnen gehabt, aber keine weiblichen Apostel. Die Nachfolger der Apostel (Bischöfe, Priester, Diakone) waren und sind ausschließlich männlich, auch in den orthodoxen Kirchen. Diese Ordnung, die auf den Herrn der Kirche, Jesus Christus ausgerichtet ist, kann der Papst nicht ändern. Obwohl dies eigentlich bekannt ist, versucht man, den Papst als frauenfeindlich darzustellen, in diesem Fall sogar, ihn „unmöglich“ zu machen.

Dies hatte auch gleich „durchschlagende“ Wirkung zum Beispiel bei einer im Ausland befindlichen Gruppe, die nur von entsprechenden Schlagzeilen der englischsprachigen Boulevardpresse hörte. Man traute sogleich dem Papst eine solche Äußerung (siehe oben) zu. Auf den Hinweis, doch erst einmal den genauen Sachverhalt zu erforschen, kam die Antwort, dass es dann doch wieder auf „Übersetzungsfehler“ und „Mißverständnis“ geschoben werde.

Nun zur Waffenrüstung Gottes, die wir zur Abwehr des Feindes benötigen: „So tretet denn an: eure Hüften umgürtet mit der Wahrheit…“ Das heißt für uns auch, die Wahrheit zu kennen und nicht jedem Zeitungsbericht zu glauben. Der heilige Geist ist es, der in alle Wahrheit einführt und die Lüge aufdeckt.

Weiter schreibt der Apostel: „…die Füße beschuht mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens. Zu alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen löschen könnt. Nehmt auch den Helm des Heiles und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. (aus Epheserbrief Kapitel 6). – Heinz Josef Ernst

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Der Dreieine

Zum Fest Trinitatis (Heilige Dreifaltig- oder Dreieinigkeit) am ersten Sonntag nach Pfingsten hier einige Gedanken zum Herzstück des christlichen Glaubens und Bekennens. „Der Dreieine“ ist Titel eines Buches des Physikers und Ingenieurs Bernhard Philberth, der auch eine außerordentliche Weihe zum katholischen Priester erhielt („ad titulum patrimonii“). Diese Weihe war mit der Auflage verbunden, weiterhin in seinem wissenschaftlichen Beruf tätig zu bleiben. Er und sein Bruder Karl (ebenfalls Naturwissenschaftler und Priester durch die gleiche außerordentliche Weihe) waren im Themenbereich Schöpfung/Evolution/Universum gefragte Referenten; auch im katholischen Bildungswerk Heilig Kreuz Villingen unter meiner Leitung. Berhard Philberth wurde in christlichen Kreisen bekannt durch sein Buch: „Christliche Prophetie und Nuklearenergie“, dass zur Zeit des kalten Krieges zwischen West und Ost sogar im Kreml gelesen wurde.

Bernhard Philberth bringt mit dem Titel „Der Dreieine“ das unfassbare Geheimnis der Heiligen Dreifaltigkeit in die knappste mögliche Definition. – In seinem Buch zeigt er die Struktur der Schöpfung in ihren personalen, geistigen und materiellen Komponenten. Ein Teil des Werks ist eine Erstveröffentlichung seiner Forschungsergebnisse über die physikalische Struktur des Weltalls; von den Elementarteilchen und Atomen bis zu den Sternen und Milchstraßen. Eine einheitliche Physik des Mikro- und Makrokosmos, in Komplementarität zur Quanten- und Relatitivitätsphysik, zeigt den Anfang und das Ende eines gigantischen Universums, dessen Raum, Zeit und Materie wesenhaft endlich ist.

Die konkreten Darstellungen stehen in einem geradezu unbegrenzten Rahmen: Das Sein ist strukturiert in Analogie zur Dreifaltigkeit Gottes. Die Welt ist Spiegelbild, Gleichnis Gottes…alles Existierende trägt das Zeichen des Dreieinen.

Vorstellen möchte ich an dieser Stelle aber das Buch: „Das Geheimnis der Dreieinigkeit im Zeugnis der Kirche“, herausgegeben von Prof. Peter Beyerhaus, im Auftrag der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften. Wie es zur Wahl dieses trinitarischen Themas kam, erläutert Pastor Ulrich Rüß unter anderem wie folgt:

„Das Bekenntnis zum Dreieinigen Gott wird heute sogar in der Kirche vielfach in Frage gestellt, gefährdet, relativiert oder auch ignoriert. Globales Denken, die Begegnung mit anderen Kulturen, Religionen und Gottesvorstellungen zeigen Wirkung…

…Eine besondere Herausforderung für den christlichen Glauben und das trinitarische Bekenntnis ist der Islam mit seinem erfolgreichen Expansionsdrang. Die Islamisierung Europas ist keine Utopie. Meine Anmerkung: Sogar deutsche Professoren und andere, die sich mit der Trinität schwer tun, sind bereits zum Islam gewechselt.

Auf Befragen glauben etwa 65 % der Deutschen an Gott. Mit „Gott“ ist aber mehrheitlich keineswegs jener trinitarische Gott gemeint, wie er sich durch Jesus Christus der Welt geoffenbart und in der heiligen Schrift bezeugt hat. Mit „Gott“ meinen viele ihre eigenen, sehr subjektiven Vorstellungen über Gott, losgelöst von Kirche und Bibel. Die Säkularisierung der Gottesfrage nimmt zu. Faktisch gibt es in unserer Gesellschaft einen zunehmenden Gottesverlust.

Hierin liegt auch der zunehmende Werte-, Sinn- und Orientierungsverlust begründet. Das christliche Menschenbild ist gefährdet. Gefährdet ist auch unsere christlich-abendländische Kultur. Dieser Verlust hat entscheidend zu tun mit dem Verlust des Glaubens an den Dreieinigen Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist…Ist die Kirche, sind die Christen dieser immensen Herausforderung gewachsen? Mit Erschütterung müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Säkularisierung innerhalb der Kirche fortschreitet…Sicherung von Finanzierung und Veränderung von Strukturen bestimmen die Tagesordnung, nicht die Frage nach Gott, nicht die Weise, wie Gott selbst als Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist zur Sprache kommen und missionarisch bezeugt werden will.

Ich beobachte innerhalb der Kirche ein großes Defizit des Sprechens vom Dreieinigen Gott. Das betrifft die Exegese von biblischen Texten, das betrifft die Predigt- und Liturgiepraxis, den gesamten katechetischen Bereich und die Frömmigkeitspraxis…“

Das vorliegende Buch mit dem Untertitel: „Trinitarisch anbeten – lehren – leben; Ein bekenntnis-ökumenisches Handbuch“ ist eine gelungene Sammlung von Aufsätzen und Vorträgen aus Tagungsprogrammen, wie „Leben aus der Gnadenfülle des Dreieinigen Gottes“ im Mai 2008 in Rothenburg o.d.T.. Auch die Trinitätslehre aus dem Katechismus der katholischen Kirche ist abgedruckt. Für Katholiken sei das römisch-katholische Geleitwort von Kardinal Walter Kasper erwähnt: „Es gehört zu den positiven Zeichen in der gegenwärtigen Theologie, dass sie sich in weiten Bereichen entschlossen den Herausforderungen durch den um sich greifenden Säkularismus und neu aufkommenden aggressiven Atheismus stellt und die Gottesfrage dediziert in den Mittelpunkt ihres Denkens rückt. Wo das geschieht, besinnt sich die Theologie erneut auf ihre ureigenste Sache, Rede von Gott zu sein. Für die christliche Theologie kann dies auf dem Boden der heiligen Schrift und der Bekenntnisse der alten Christenheit nur die Rede vom dreifaltigen Gott bedeuten. Damit ist keine abstrakte, wirklichkeits- und lebensferne Spekulation gemeint, sondern die Beschäftigung mit dem, was Lebensquelle christlicher Existenz und Modell, sozusagen Ikone der Kirche und ihrer Einheit wie zentraler Inhalt ihrer gottesdienstlichen Lobpreisung ist…“

Kasper begrüßt, dass die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften das Trinitätsthema 2008 in den Mittelpunkt gestellt hat. Er sagt, dass dies ein weiterer Schritt zur Grundlegung einer Bekenntnisökumene sei, im Gegensatz zu einer oberflächlichen „Gefälligkeitsökumene“, welche die Kanten vorschnell abschleift, statt die auf dem Boden des gemeinsamen Bekenntnisses bestehenden Unterschiede zum Gegenstand eines Austausches der Gaben (Johannes Paul II) und so zur gegenseitigen Bereicherung zu machen.

Bestelldaten: ISBN 978-3-937965-84-0 (VTR-Verlag; http://www.vtr-online.de); ISBN 978-3-940879-04-2 (Dominus-Verlag; http://www.dominus-verlag.de)

Heinz Josef Ernst

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Benedikt in Fatima: “Ein neues Pfingsten”

Durch ihre ganze Geschichte hindurch und auch heute braucht die Kirche die Kraft des Heiligen Geistes. Das hat Papst Benedikt XVI. an diesem Sonntag bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz unterstrichen. Sonst wäre sie wie ein Segel ohne Wind. Er rief die Christen zur Rückbesinnung auf die bleibende Botschaft des Pfingstfestes auf. Pfingsten sei nicht ein einmaliges historisches Ereignis, sondern müsse sich ständig in der Kirche wiederholen. Die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die in Jerusalem versammelten Apostel sei die eigentliche „Taufe“ für die Kirche gewesen, so der Papst. Nicht nur im Abendmahlssaal von Jerusalem, sondern immer wieder in der Geschichte habe es Pfingstereignisse gegeben, so der Papst weiter. Dazu gehörten die großen Konzilien, einschließlich des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65). Dazu zählten auch kirchliche Großereignisse wie die großen Jugendtreffen sowie liturgische Feiern in den Pfarrgemeinden. Aber auch seine jüngste Wallfahrt nach Fatima, Mitte Mai, wo sich eine gewaltige Menschenmenge vor dem Marienheiligtum einmütig zur Messe versammelt hatte, sein ein „neues Pfingsten“ gewesen.  Quelle: Radio Vatikan

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‘Ich glaube an den Heiligen Geist’

Aus dem Glaubensbekenntnis des katholischen Katechismus, Zweiter Abschnitt, Artikel 8: “Ich glaube an den Heiligen Geist”:

§ 687 „Keiner erkennt Gott – nur der Geist Gottes” (1 Kor 2,11). Der Geist, der Gott offenbart, läßt uns Christus, sein lebendiges Wort erkennen; er spricht aber nicht von sich. Er, der „durch die Propheten gesprochen hat”, läßt uns das Wort des Vaters vernehmen. Ihn selbst aber hören wir nicht. Wir erkennen ihn nur darin, daß er uns das Wort offenbart und uns bereit macht, es im Glauben anzunehmen. Der Geist der Wahrheit, der uns Christus „enthüllt”, redet nicht „aus sich selbst heraus” (Joh 16,13). Diese wahrlich göttliche Zurückhaltung erklärt, warum ihn „die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt”, während die an Christus Glaubenden ihn kennen, weil er bei ihnen bleibt (Joh 14,17).

§ 688 Als lebendige Glaubensgemeinschaft, die den Glauben der Apostel weitergibt, ist die Kirche der Ort unserer Erkenntnis des Heiligen Geistes:

- in den von ihm inspirierten Schriften;
- in der Überlieferung, deren stets aktuelle Zeugen die Kirchenväter sind;
- im Lehramt der Kirche, dem er beisteht;
- in der sakramentalen Liturgie: durch ihre Worte und Sinnbilder, in denen uns der Heilige Geist mit Christus verbindet;
- im Gebet, in dem er für uns eintritt;
- in den Charismen und Dienstämtern, durch die die Kirche aufgebaut wird;
- im apostolischen und missionarischen Leben;
- im Zeugnis der Heiligen, worin er seine Heiligkeit bekundet und das Heilswerk fortsetzt.

Es empfiehlt sich, den ganzen Artikel zu lesen!

Heinz Josef Ernst

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Wer glaubt, ist auch berufen

Das Team: “Europa für Christus”, bittet um Aufmerksamkeit für einen Auszug aus einer Rede des Erzbischofs Charles Chaput von Denver/Colorado/USA vom 1. März 2010 an der Universität der Baptisten in Huston/Texas/USA. Der Originaltitel: „Die Berufung des Christen im amerikanischen öffentlichen Leben“; auf uns übertragen: “Der Glaube eines Christen ist stets persönlich, aber nie eine private Angelegenheit”.

Wer glaubt ist auch berufen. Berufen ist man als Person. Gemeinsam bilden wir eine Gemeinschaft von Glaubenden. Jeder von uns erfährt Gottes Liebe, eine Liebe, die zur Weitergabe bestimmt ist. Auf Grund dieser Liebe sind wir bereit Gott zu dienen u n d zugleich unseren Mitmenschen.

In unserer je eigenen Berufung steckt jedoch noch mehr. Gott hat uns berufen, um den Glauben weiterzugeben. Wir sind bevollmächtigt, über Christus zu reden. Wir sind bevollmächtigt Wahrheit, Vergebung, Gerechtigkeit und Liebe nach dem Evangelium mit anderen zu teilen. Wahrheit, Vergebung der Sünden, die Gerechtigkeit Gottes und seine Barmherzigkeit sind Begriffe, die Erkenntnis vermitteln. In ihnen steckt eine Botschaft, ein Appell. Er fordert zum Handeln heraus. Konsequenzen sind zu ziehen. Konsequenzen für unser Denken, unsere Art zu sprechen, uns zu entscheiden und unser Leben zu gestalten. Und dies nicht allein zu Hause, sondern auf den Bühnen und Straßen dieser Welt.

Der Glaube eines Christen ist zwar stets persönlich, aber niemals Privatsache. Wie also ist, zum Beispiel, die Rolle des Christen in der Politik zu sehen?

J.C. Murray S.J. hat es einmal so formuliert: „Der Heilige Geist senkt sich nicht als Taube auf die Stadt der Menschen. Er wirkt nur durch den unermüdlichen Geist an Gerechtigkeit und Liebe, den der Mensch als Christ in das öffentliche Leben einbringt“.

Darum geht es. Das Christentum ist nicht in erster Linie und nicht spezifisch politisch. Es handelt vom Leben und von der Teilhabe an der Liebe Gottes. Wo immer christliches Engagement in die Politik eingebracht wird, ist es auch niemals – in erster Linie – eine Aufgabe des Klerus. Es ist eine Angelegenheit von Laienchristen, die ohnehin ihren Lebensmittelpunkt in der Welt haben.

Christlicher Glaube ist kein ethischer oder doktrinärer Instrumentenkasten. Er besteht auch nicht aus Theorien über soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit. Das alles hat seinen Ort und seine Bedeutung. Vielmehr beginnt das christliche Leben mit der Beziehung zu Jesus Christus; die Früchte dieser personalen Beziehung können zu Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Liebe reifen, die wir anderen erweisen.

Jesus sagt uns glasklar: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22, 37-40). Das ist der Lackmustest auf unseren Glauben. Ohne Leidenschaft für Jesus Christus in unseren Herzen, die unser Leben trägt und verändert, bleibt Christentum nur ein Wortspiel und eine Legende. Beziehungen aber haben Konsequenzen. Ein verheirateter Mann wird sich aus Liebe zu seiner Frau zu Taten und zu einem Verhalten bestimmen lassen, ohne Rücksicht darauf, was es ihn kostet. Bei unserer Beziehung zu Gott ist es ebenso. Es drängt uns so zu leben und unsere Liebe durch Taten zu beweisen, nicht nur in unserem persönlichen Leben und in der Familie, sondern ebenso im öffentlichen und politischen Leben. In diesem Sinne begreifen Christen als Einzelpersönlichkeit und die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden die Politik als eine Verpflichtung vor Gott.

Menschliches Recht beeinflusst, gestaltet und reguliert das Leben der Menschen; menschliche Politik hat stets mit Machtfragen zu tun – beide Bereiche entfalten somit moralische Wirkungen, die Christen nicht übersehen können und zugleich halten sie fest an ihrer Berufung als ein Licht für die Welt (Mt 14-16).

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Pfingstnovene 2010

Für die Novene in 2010 (14. bis 22. Mai) ein aktualisiertes Textheft zum Download bereit. Für jeden der neun Tage bis einschließlich Pfingstsamstag gibt es einen Thematischen Schwerpunkt:

Wir beten für

  • die aktuelle Situation in Kirche: Der Mißbrauch und die Folgen
  • die Neuausgiessung des Heiligen Geistes in unserer Kirche und unserem persönlichen Leben
  • für das Gelingen des Dialogs mit anderen Religionen
  • für die Einheit der Kirche

Wir sind solidarisch

  • mit den Armen, Flüchtlingen und allen Notleidenden
  • mit den verfolgten Christen in vielen Ländern

Wir sagen JA

  • zu Ehe und Familie nach Gottes Bild
  • zum Lebensrecht der Ungeborenen
  • zu den Anliegen der Weltkirche

Die Vorlage kann für das Beten zu Hause verwendet werden, aber auch für die Gestaltung einer Gebetsstunde in der Kirche. >>>Download Textheft

Heinz Josef Ernst

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“Empfanget den Heiligen Geist”

Allmächtiger, Wohltäter, Menschenfreund, Gott aller Menschen,
Schöpfer der sichtbaren und unsichtbaren Wesen,
Du, der Du errettest und stärkst,
Der Du umsorgst und Frieden schenkst,
mächtiger Geist des Vaters…,
Du hast Anteil am selben Thron, an derselben Herrlichkeit,
an derselben schöpferischen Handlung des Vaters…
Durch Deinen Vermittler wurde uns offenbart
die Dreiheit der Personen in der Einheit der göttlichen Natur;
von diesen Personen bist auch Du als einen von ihnen erkannt,
Du, der Unbegreifliche…

Du wurdest von Mose als Geist Gottes verkündet (Gen 1,2):
Als Du über den Wassern schwebtest
alles schützend und sorgend bedecktest,
da hast Du Deine Flügel ausgespannt als Zeichen Deiner mitfühlenden Gegenwart
bei den Neugeborenen,
und dadurch hast Du uns das Geheimnis des Taufbrunnens enthüllt…
Du, Allmächtiger, hast als Herr alle Natur ins Leben gerufen, die existiert,
alles Lebendige aus dem Nichts gerufen.
Durch Dich wurden alle durch die Auferstehung erneuert,
die Du geschaffen hast,
in dem Augenblick, der der letzte Tag dieses Lebens hier unten
und der erste Tag im Land der Lebenden ist.

Der gleicher Natur ist wie Du,
Der eines Wesens mit dem Vater ist, der erstgeborene Sohn,
Er hat Dir und dem Vater unserer Natur nach gehorcht,
indem Er Seinen Willen mit dem Deinen vereinte.
Er hat Dich als wahren Gott verkündet,
Der gleichen Ranges und gleichen Wesens mit seinem allmächtigen Vater ist…
Er hat den Mund jener verschlossen, die Dir widerstanden
und Gott bekämpften (vgl. Mt 12,28),
während Er vergab, was gegen Ihn gerichtet war.

Er ist der Gerechte und Unbefleckte, der Erlöser aller,
Der hingegeben wurde um unserer Sünden willen
und auferstanden ist zu unserer Gerechtmachung (Röm 4,25).
Ihm sei Herrlichkeit durch Dich
und Dir sei Lob mit dem allmächtigen Vater von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Text zum Evangelium nach Johannes 20,19-31 von Gregor von Narek

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Die “Hausaufgaben” des Heiligen Geistes

“Wenn es selbst Jünger gab, die es nach Jahren noch nicht begriffen hatten, dann sollten auch wir die Geduld nicht aufgeben und hoffen, dass der Heilige Geist seine Hausaufgaben macht und den Menschen Gott und Jesus offenbart.” – Zitat des früheren CDU-Landtagsabgeordneten Rudolf Decker (Böblingen), der seit 30 Jahren am Nationalen Gebetsfrühstück in Washington teilnimmt. Bei seinem ersten Besuch dort in 1979 erfuhr er, dass die Amerikaner 20 Jahre lang dafür gebetet hätten, dass in Deutschland etwas ähnliches entsteht.

Das Gebet wurde erhört – der Heilige Geist wirkte diesbezüglich in deutschen Landen: Bereits in acht Landtagen gibt es Frühstückstreffen. Im Bundestag findet in den Sitzungswochen jeden Donnerstag ein Gebetsfrühstück statt, das regelmäßig 20 bis 30 Abgeordnete aus allen Fraktionen und mit unterschiedlichem geistlichen Hintergrund besuchen. Außerdem gibt es einmal im Jahr die Internationale Berliner Begegnung – eine dem Gebetsfrühstück in Washington vergleichbare, wenn auch deutlich kleinere Veranstaltung. Ziel ist es dort unter anderem auch, politische Gegner oder Vertreter verfeindeter Volksgruppen aus Afrika oder Südamerika an einen Tisch zu bringen.

Zurück nach Washington: Diesmal kamen mehr als 3000 Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Religion. Nicht nur Christen – auch Juden, Moslems, Hindus und Atheisten. Man fragte nicht: “Bist du katholisch oder evangelisch? Bist du Moslem oder Hindu?”, sondern man fragte: Interessierst du dich für Jesus?”

Im Namen Jesu. Gemeinsam beten im Namen Jesu – was bei der bunten Zusammensetzung der Teilnehmer als nicht selbstverständlich erscheint – wird beim Nationalen Gebetsfrühstück in Washington einfach praktiziert. An jedem Tisch sitzen zehn Gäste mit ganz unterschiedlichem kulturellen und religiösen Hintergrund. Aber kontroverse Diskussionen gibt es nicht. Man betet zusammen – im Namen Jesu. (Entnommen aus: “Wir bezeugen einfach Jesus”, ideaSpektrum 6/2010).

Dies deutet darauf hin, dass nur der Herr selbst die Einheit schaffen kann und am Ende schaffen wird, wenn auch auf eine andere Art als die, in der sich die christlichen Konfessionen mehr oder weniger vergeblich bemühen. Kann es der Einheit dienen, wenn protestantische Gemeinschaften Frauen ordinieren, auch wenn die zweitausend Jahre alte Tradition dagegen spricht und Jesus selbst nur Männer als Apostel eingesetzt hat? Kann es richtig sein, dass Protestanten immer noch etwas von Rom fordern? Müssten sie nicht vielmehr überlegen, ob es noch eine reale Grundlage dafür gibt, Protestant zu sein? Auch die römische Kirche ist gefordert: auch sie muss sich fragen, ob sie mit ihrem Tun der Einheit noch im Wege steht. Dies hat der Vorgänger von Benedikt XVI., Johannes Paul II., in seiner Enzyklika “Ut unum sint” (Das alle eins seien) bereits getan – er war um der Einheit willen auch bereit, über das Amt des Papstes einen (kritischen) Dialog zu führen. – Ein Ansatzpunkt dabei ist immer noch, die Notwendigkeit eines Petrusamtes (Leitungsamt) nicht außer acht zu lassen.

Vor dem Hintergrund der Bedrängnis und Verfolgung in vielen Ländern ist es – unabhängig vom Petrusamt – unerlässlich, dass alle Christen die “gleiche Sprache” sprechen und als Glieder des einen Leibes Christi leben und handeln. Was in den Ländern der Verfolgung (zum Beispiel Indien) bereits so, zumindest im Ansatz, praktiziert wird (denn die Verfolger unterscheiden nicht nach Katholiken und Protestanten), das ist bei uns im Westen überfällig. Gerade auch im Hinblick auf den “Dialog”mit anderen Religionen, wie besonders dem Islam, ist es wichtig, mit einer Stimme zu sprechen. Oder, wenn wir bei uns die Verfolgungssituation der Christen weltweit betrachten, sollten wir das Schriftwort beherzigen: “Wenn ein Glied leidet, leiden alle mit (1. Korintherbrief 12,26)”: Wenn ein Protestant um seines Glaubens willen verfolgt wird, kann das einem Katholiken nicht gleichgültig sein – und umgekehrt.

Wir können immer wieder feststellen, dass der Heilige Geist seine “Hausaufgaben” macht, obwohl das Handeln einzelner Christen, christlicher Gemeinschaften oder Kirchen nicht im Einklang mit seinem Wirken steht. Oft muss es leider erst eine Verfolgungssituation sein, die die unterschiedlichen Gruppierungen wachrüttelt.

Heinz Josef Ernst

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Das wahre Licht kam in die Welt

Der Apostel und Evangelist Johannes schreibt: “Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt [in Jesus dem Christus]. Er kam in Sein Eigentum (gemeint ist wahrscheinlich das jüdische Volk), aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen (Anmerkung: und heute aufnehmen), gab (gibt) er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.”

Wer sind die, die IHN heute aufnehmen? Ist nicht das sogenannte christliche Abendland Sein Eigentum und sind es darin nicht immer weniger, die IHN willkommen heißen und aufnehmen, und immer mehr, die IHN sogar verlassen?

Aber das wahre Licht leuchtet weiter - im fernen Osten, in China, wo das Christentum trotz Bedrängnis stark wächst; es leuchtet bei den Muslimen: In einem Artikel der Zeitschrift “Vision 2000″ heißt es: “Weltweit ereignet sich eine Übertrittswelle von Muslimen zum Christentum. Durch freikirchliche Missionswerke, andere christliche und katholische Initiativen wird Muslimen in vielen Ländern die Botschaft von Jesus Christus gebracht.”

Der Autor, Victor Keglevitch, schreibt: “Man weiß, dass zum Beispiel die Fernsehsendungen des koptischen Priesters Zakaria Botros (www.fatherzakaria.net) durch ihre hervorragend begründete Kritik an den islamischen Bekenntnistexten Koran und Hadith in der islamischen Welt eine enorme Verunsicherung auslösen und viele Bekehrungen verursachen. Weil aber das Verlassen des Islam nach der Scharia ein todeswürdiges Verbrechen ist und daher in einigen Ländern (Saudi-Arabien und Iran z. B.) auch offiziell mit der Todesstrafe belegt ist, muß die Taufe in den meisten Fällen geheim durchgeführt werden.

Nur wenige Übertritte zur Kirche können so öffentlich gefeiert werden wie die Taufe des Journalisten Cristiano Magdi Allam, Redakteur der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera durch Papst Benedikt XVI. zu Ostern 2008 im Petersdom.

Einige islamische Regimes haben die Gesetze gegen die Bekehrung in den letzten Jahren massiv verschärft und spionieren systematisch den Übertrittswilligen nach. Denn die Angst ist groß, daß die moslemischen Völker ihre geistige und politische Tyrannei abschütteln könnten.

In der gesamten islamischen Welt werden getaufte Ex-Moslems von ihrer Familie oder der Gesellschaft ausgestoßen, bedroht, ja sogar ermordet. Auch in Europa bekommen Konvertiten Schwierigkeiten von ihren Verwandten, Landsleuten oder anderen Moslems. Übergetretene Moslems werden von der westlichen, angeblich zivilisierten Gesellschaft oft nicht geschützt. Manchen wird sogar der Status des Flüchtlings verweigert. Sie werden in ihre Heimatländer abgeschoben, wo ihnen Gefängnis oder sogar der Tod droht.

Das alles hält aber viele Moslems nicht davon ab, sich von ihrer Religion abzuwenden. Viele haben sich etwa im “Zentralrat der Ex-Muslime Deutschlands” (www.ex-muslime.de) zusammengeschlossen, haben dem Islam abgeschworen, ohne eine andere Religion anzunehmen.

Westeuropäer des Zeitgeistes können oft nicht nachvollziehen, warum Moslems zum Christentum übertreten. Sie verstehen nicht, daß religiöse Fragen für jemanden so wichtig sein können. Selbst nehmen sie ja oft überhaupt nichts ernst, schon gar nicht einen religiösen Glauben. Die Verweltlichung hat eine schlimme geistige Oberflächlichkeit mit sich gebracht. Wer Gott, wer Jesus ist, was die Vergebung der Sünden bedeutet oder die Verdammung, sind für viele heute völlig unwichtige Fragen.

Für gläubige Moslems sind all diese Themen aber sehr wichtig. Von der Beantwortung dieser Fragen hängen Lebensweise, Überzeugungen und Stimmungslage ab. Weil im Koran oft von Gewalt, Strafe, Verdammung und Hölle die Rede ist, ist bei vielen Moslems die ganze Stimmung dunkel gefärbt. Wenn sie nun mit dem Evangelium in Berührung kommen, so hellt sich für sie vieles auf.

Auf die Frage, was sie sich von der Taufe erwarten, kann man manchmal ganz einfach hören: Das ewige Leben. Eine andere Antwort auf die Frage nach den Übertrittsgründen ist, daß es besser sei, die Mitmenschen zu lieben als Ungläubige zu bekämpfen. Man liest seit einigen Jahren auch oft, daß Moslems Jesus im Traum sehen. Manchmal mag das sogar eine echte Vision sein.

Jesus Christus und seine Worte in den Evangelien üben durch ihre Verständlichkeit und Liebe eine große Faszination aus (zum Beispiel die Bergpredigt und die Heilungen). Die Anklagen von Jesus Christus gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten lassen sich sehr gut auf so manche Erfahrung mit Mullahs und Muftis übertragen. Die Parallelen sind für Moslems sofort klar.

Viele Moslems fragen sich auch, warum es im Westen politische Freiheit gibt und in ihren eigenen Ländern nicht. Sie begreifen, daß im Islam keine politische Freiheit enthalten ist. In den 1.400 Jahren seines Bestehens hat der Islam ja keinen einzigen Staat frei und demokratisch regiert. (Deswegen warnen Ex-Moslems, Politiker und Kirchenführer vor dem großen Einfluß, den der Islam und islamische Staaten in Europa schon besitzen.)

Islam ist immer Politik. Darum ist die Rede vom “politischen Islam” überflüssig. Konvertiten wissen das. Denn sie haben es selber erlebt. Vorschriften von Mohammed und seinen Nachfolgern sind in vielen Ländern Gesetz. Darum schreibt der Staat oft bis in Kleinigkeiten vor, was man zu tun und zu unterlassen hat.

Diese Bevormundung, verbunden mit Einschüchterung und Willkür, geht vielen auf die Nerven. Sie behindert die persönliche Entfaltung und lähmt den Unternehmergeist in Wirtschaft und Kultur. Viele Konvertiten wissen, daß sie unter islamischen Vorzeichen niemals politische Freiheit erlangen könnten. Mit welchen inneren Kämpfen die Bekehrung geschieht, kann man von außen nicht erkennen. Manchmal geht es sehr schwer, manchmal geht es schnell. Aber die genannten Gründe: Liebe gegen Gewalt, Zuversicht gegen Angst, Freiheit gegen Unterdrückung, sind häufige Motive.

Lob sei Jesus Christus, der in den moslemischen Völkern heute so mächtig wirkt!”

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