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Jesus: „Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe“

Auslegung zum Evangelium am 4. Sonntag der Osterzeit im Rahmen der Wort-Gottes-Feier in Heilig Kreuz, Villingen-Schwenningen. Johannes 10,1-10

Liebe Schwestern und Brüder, im heutigen Evangelium geht es um die Frage, wer wirklich ein guter Hirte ist.

Jesus erklärt dies mit einem Gleichnis. Nur wer durch die Tür in den Schafstall geht, hat Zutritt zu den Schafen. Übersetzt bedeutet dies: Im Schafstall sind wir Menschen, die der Erlösung bedürfen.

Jesus macht deutlich, dass schon andere vor ihm versucht haben und auch heute noch versuchen, die Schafe auf ihre Art an sich zu reißen. Er bezeichnet sie als Diebe, die zum Stehlen, Schlachten und Vernichten kommen.

Jesus nennt sie Diebe und Räuber, weil sie nicht durch die Tür eingetreten sind. Jesus selbst ist die Tür zu den Schafen und der himmlische Vater der Türhüter. Wer durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe, Ihm öffnet der Türhüter, also Gott selbst, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.

Alle, die er aufgerufen hat, folgen ihm, denn sie kennen seine Stimme.

Papst Benedikt schreibt in seinem Buch „Jesus von Nazareth“: „Jesus setzt hier den Maßstab für die Hirten seiner Herde nach seinem Aufstieg zum Vater. Ob jemand ein wirklicher Hirte ist, zeigt sich darin, dass er durch Jesus als die Tür eintritt. Denn auf diese Weise bleibt Jesus letztlich der Hirte – ihm allein gehört die Herde. Er ist der wahrhaft gute Hirte.

Wie das konkret vor sich geht, durch Jesus als Tür einzutreten, zeigt uns der Nachtrag zum Johannes-Evangelium, Kap 21 – die Einweisung des Petrus in Jesu eigenes Hirtenamt.

Bevor Petrus zum Hirten bestimmt wurde, fragte ihn Jesus dreimal: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Die Liebe zu Jesus ist also die Voraussetzung für das übertragene Hirtenamt.

Weil Petrus durch die „Tür Jesus“ kommt, weil er in der Liebe mit Jesus geeint kommt, darum hören die Schafe auf seine Stimme, es ist die Stimme Jesu selbst – sie folgen nicht dem Simon, sondern der Stimme Jesu.“ Soweit Papst Benedikt in seinem Buch Jesus von Nazareth.

Wenn auch wir in der Liebe mit Jesus verbunden sind, gilt Jesu Wort an anderer Stelle: „Wer euch hört, der hört mich“. Gelobt sei Jesus Christus! Amen.


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