Gedanken zu den Lesungen am 3. Adventssonntag (Gaudete) im Rahmen der Wort-Gottes-Feier in Heilig Kreuz, 78048 Villingen-Schwenningen. 1. Lesung: Jes 35,1-6b.10; 2. Lesung: Jak 5,7-10; Evangelium: Mt 11,2-11
Liebe Schwestern und Brüder, Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?
Diese Frage des Johannes an Jesus ist überraschend: Haben wir doch Johannes Worte vom letzten Sonntag noch im Ohr – sie lauten: „Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen, er wird den Weizen in seiner Scheune sammeln und die Spreu verbrennen.“
Johannes hatte eine andere Erwartung am Kommen Jesu – nämlich schon das angekündigte Gericht. In der ersten Lesung heißt es beim Propheten Jesaja: „Seht euer Gott! Die Rache kommt, die Vergeltung Gottes! Er selbst kommt und wird euch retten.“ – In der zweiten Lesung hörten wir: „Klagt nicht übereinander, Brüder und Schwestern, damit ihr nicht gerichtet werdet! Seht, der Richter steht schon vor der Tür!
Und nun kommt im heutigen Evangelium statt eines Richters dieser Sanfte, der den glimmenden Docht nicht auslöscht. Hans Urs von Balthasar schreibt: „Jesus beruhigt Johannes, in dem er ihm zeigt, dass die Prophezeiung sich in ihm erfüllt: in leisen Wundern, die gleichzeitig das Vertrauen fördern. „Selig, wer an mir keinen Anstoß nimmt“, sagt Jesus.
An anderer Stelle sagt Jesus: Wenn ihr mir nicht glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin, so glaubt wenigstens aufgrund der Taten und Wunder, die ihr seht und erlebt.
Auf die Taten kommt es auch in unserer Nachfolge JESU an. Beim Weltgericht – siehe Mt. 25 verlangt Jesus Rechenschaft von uns: Was ihr den geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan. Und was ihr den geringsten meiner Brüder nicht getan habt, habt ihr mir nicht getan.
Die Adventszeit dient auch dazu, Christus in jedem unserer Mitmenschen zu erkennen und ihm zu dienen. Wir wollen dies in der Freude am Herrn tun, nicht nur heute am Sonntag Gaudete. Die Freude am Herrn sei unsere Stärke auch im Alltag. Gelobt sei Jesus Christus! Amen.