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Category Archives: Evangelium

Tag für Tag mit Gott

„Da Jesus Christus zu einem unsterblichen Leben in Herrlichkeit auferstanden ist, müssen auch wir (mit den Worten des Apostels Paulus in Röm 6,4), zu einem unsterblichen Leben in Gnade auferstehen, mit dem festen Vorsatz, in Zukunft nie mehr dem geistigen Tod der Seele erliegen zu wollen.“ – Pater Pio über den Ostertag, Epistolario4, Nr. 18

Wahrhaft gegenwärtig

Islam: Info für Christen

Jesus: höchster Name!

Ökumene

Ein neues Pfingsten?

Kommt eine Erweckung?

Simeon – vom Heiligen Geist geführt

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Der Evangelist Lukas berichtet uns heute: Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.
Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.

Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.

Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.
Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

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Franziskus I: Ihn jeden Tag ohne Unterlass suchen

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„Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude. In diesem Schreiben möchte ich mich an die Christgläubigen wenden, um sie zu einer neuen Etappe der Evangelisierung einzuladen, die von dieser Freude geprägt ist, und um Wege für den Lauf der Kirche in den kommenden Jahren aufzuzeigen.

Freude, die sich erneuert und mitteilt. Die große Gefahr der Welt von heute mit ihrem vielfältigen und erdrückenden Konsumangebot ist eine individualistische Traurigkeit, die aus einem bequemen, begehrlichen Herzen hervorgeht, aus der krankhaften Suche nach oberflächlichen Vergnügungen, aus einer abgeschotteten Geisteshaltung. Wenn das innere Leben sich in den eigenen Interessen verschließt, gibt es keinen Raum mehr für die anderen, finden die Armen keinen Einlass mehr, hört man nicht mehr die Stimme Gottes, genießt man nicht mehr die innige Freude über seine Liebe, regt sich nicht die Begeisterung, das Gute zu tun. Auch die Gläubigen laufen nachweislich und fortwährend in diese Gefahr. Viele erliegen ihr und werden zu gereizten, unzufriedenen, empfindungslosen Menschen. Das ist nicht die Wahl eines würdigen und erfüllten Lebens, das ist nicht Gottes Wille für uns, das ist nicht das Leben im Geist, das aus dem Herzen des auferstandenen Christus hervorsprudelt.

Ich lade jeden Christen ein, gleich an welchem Ort und in welcher Lage er sich befindet, noch heute seine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu erneuern oder zumindest den Entschluss zu fassen, sich von ihm finden zu lassen, ihn jeden Tag ohne Unterlass zu suchen. Es gibt keinen Grund, weshalb jemand meinen könnte, diese Einladung gelte nicht ihm, denn »niemand ist von der Freude ausgeschlossen, die der Herr uns bringt«. Wer etwas wagt, den enttäuscht der Herr nicht, und wenn jemand einen kleinen Schritt auf Jesus zu macht, entdeckt er, dass dieser bereits mit offenen Armen auf sein Kommen wartete. Das ist der Augenblick, um zu Jesus Christus zu sagen: „Herr, ich habe mich täuschen lassen, auf tausenderlei Weise bin ich vor deiner Liebe geflohen, doch hier bin ich wieder, um meinen Bund mit dir zu erneuern. Ich brauche dich. Kaufe mich wieder frei, nimm mich noch einmal auf in deine erlösenden Arme.“ Es tut uns so gut, zu ihm zurückzukehren, wenn wir uns verloren haben! Ich beharre noch einmal darauf: Gott wird niemals müde zu verzeihen; wir sind es, die müde werden, um sein Erbarmen zu bitten. Der uns aufgefordert hat, »siebenundsiebzigmal« zu vergeben (Mt 18,22), ist uns ein Vorbild: Er vergibt siebenundsiebzigmal. Ein ums andere Mal lädt er uns wieder auf seine Schultern. Niemand kann uns die Würde nehmen, die diese unendliche und unerschütterliche Liebe uns verleiht. Mit einem Feingefühl, das uns niemals enttäuscht und uns immer die Freude zurückgeben kann, erlaubt er uns, das Haupt zu erheben und neu zu beginnen. Fliehen wir nicht vor der Auferstehung Jesu, geben wir uns niemals geschlagen, was auch immer geschehen mag. Nichts soll stärker sein als sein Leben, das uns vorantreibt!“ (Auszug aus dem APOSTOLISCHEN SCHREIBEN EVANGELII GAUDIUM)

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Franziskus I: Mission ist wesentlicher Teil des Glaubens

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„Glaube ist ein Geschenk, das man nicht für sich behalten kann, sondern das weitergegeben werden muss“. Mit diesem Grundprinzip beginnt Papst Franziskus die Botschaft zum diesjährigen Weltmissionssonntag, die der Vatikan an diesem Dienstag vorgestellt hat.

Wer die Frohe Botschaft für sich selbst behalten wolle, werde ein steriler und kranker Christ, so Papst Franziskus. Verkündigung sei ein integraler Bestandteil des Christseins. In seiner am vergangenen Pfingstfest unterschriebenen Botschaft interpretiert der Papst diese christliche Grunddynamik: Sie sei nicht nur geographisch gemeint, sondern es gehe bei der Glaubensweitergabe um alle Völker, Kulturen und Individuen. Die Ausweitung des Glaubens müsse auch die Grenzen überschreiten, die im inneren des Herzens existierten.

Papst Franziskus benennt drei Herausforderungen: Erstens begegne die Verkündigung heute dem Vorurteil, dass sie ein Angriff auf die Freiheit sei. Dem begegnet der Papst mit einem Gedanken aus der Enzyklika Evangelii Nuntiandi von Papst Paul VI.: In Klarheit und mit Respekt vor der Meinung der anderen die Wahrheit zu verkünden, sei im Gegenteil ein Tribut an die Freiheit…

>>>Weiterlesen bei Radio Vatikan

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Nicht über Gottes Gericht, Fegefeuer und Hölle reden?

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Schon lange ist es – auch in der Kirche – unpopulär, über Gericht, Fegefeuer und Hölle zu predigen oder überhaupt darüber zu sprechen. „Wenn es Gott und ein Weiterleben nach dem Tod überhaupt gibt, dann erwartet uns ja der allbarmherzige, uns bedingungslos liebende Gott. Die Hölle hat man höchstens auf Erden. Alles Reden von der biblischen Hölle und der ewigen Verdammnis ist eine Drohbotschaft. Ein Gott der Liebe kann nicht so grausam sein, dass er jemand für immer in die Hölle schickt.“ So könnte man die heutigen Einwände gegen die sogenannten „letzten Dinge“ kurz zusammenfassen. Dabei sind diese doch fester Bestandteil des christlichen Glaubensbekenntnisses – ob katholisch oder evangelisch.

Ich selbst stelle in Gesprächen manchmal die Frage: „Glauben Sie/glaubst Du, am Ende des irdischen Lebens Rechenschaft für das eigene Tun oder Nicht-Tun vor Gott Rechenschaft ablegen zu müssen? Das gibt oft Widerspruch! Von einem ‚Gericht‘ will man nichts wissen! Sogar manchen am Gespräch beteiligten Christen ist dies unangenehm und sie sagen nicht ja oder nein dazu. Sie sprechen von einem undefinierbaren „Mittelweg“ oder sagen: „Das muß jeder selbst wissen und entscheiden.“ – Dabei gibt es doch nur zwei Möglichkeiten: Entweder glaube ich an das Ewige Leben und Gottes Gerechtigkeit, oder nicht. Klar, entscheiden muss jeder selbst, aber die Rede darüber, die zu einer Entscheidung für oder gegen den Glauben führen kann, sollte doch erlaubt sein. Denn die frohe Botschaft weiterzugeben, ist ja in Wirklichkeit ein Akt der Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

Aber warum sperren sich viele Zeitgenossen gegen die Botschaft vom ‚Gericht‘? Jeder kennt doch auch die irdische, staatliche Gerichtsbarkeit und hat dagegen nichts einzuwenden (es sei denn, er ist schuldig geworden und will nicht zur Schuld stehen und keine Reue zeigen). Schon die Strafen irdischer Gerichte – von der Todesstrafe abgesehen – sollen letztlich zur Besserung der Schuldigen dienen. Es gibt bei der irdischen Gerichtsbarkeit Fehlurteile, Justizirrtümer. Und bei Gott? Er ist der wahrhaft Gerechte, er ist frei von jedem Irrtum! Wovor sollte sich jemand mit reinem Gewissen dann fürchten?

Fürchten müssen sich nur diejenigen, die nicht zu Gottes Geboten umkehren wollen und in einer gewissen Selbstgerechtigkeit verharren (…ich habe doch noch keinen umgebracht!) und den notleidenden Christus im Armen, Hungernden, Gefangenen, Verfolgten nicht erkennen (siehe Kapitel 25 des Matthäus-Evangeliums, das vom Weltgericht handelt). Wer sieht sich autorisiert, dieses Kapitel außer Kraft setzen zu dürfen?

Zitat aus einem Leserbrief im Konradsblatt Nr. 44/2011: „In jeder Eucharistiefeier, der großen Danksagung, werden wir erinnert: „Wir heißen nicht nur Kinder Gottes, wir sind es!“ (1 Joh 3,1). Warum wird uns dies so selten überzeugend vor Augen gestellt? Wird ein liebender Vater sein Kind mit der Hölle als ewige Verdammnis bestrafen? Braucht Gott zur eigenen Genugtuung solche Strafe?“

Diese und ähnliche Fragestellungen beantworten sich aus dem bisher Gesagten. Der Leserbrief-Autor hatte zuvor die Predigt von Erzbischof Ludwick Schick anläßlich der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 7. Oktober 2011 kritisiert und sich „erschüttert“ gezeigt. Dabei hatte der Bischof nur die kirchlich-biblische Lehre ins Gedächtnis gerufen. Dass diese keineswegs unbarmherzig ist, zeigt die Passage zum Fegefeuer:

„Auch das Fegefeuer gehört zu unserem Glauben. Es ist Ausdruck sowohl der Barmherzigkeit als auch der Gerechtigkeit Gottes – gerecht ist Gott, indem er jeden nach seinen Taten beurteilt und barmherzig, indem er die Verstorbenen reinigt, um sie für das Ewige Leben tauglich zu machen. Das Fegefeuer ist Bereitung für den Himmel“.

Der Glaube und ein reines Gewissen schenken Freude, machen unser Leben schön und wertvoll bis hinein in die Ewigkeit. Denken wir mehr an den Himmel, zu dem Gott uns bestimmt hat. Aber denken wir auch an die vielen, die verloren gehen, wenn sie sich nicht hinwenden oder umkehren zu Gott. Gott, der die Liebe ist, aber auch der Gerechte, achtet und respektiert die Entscheidung eines Jeden, für oder gegen ihn! Für den also, der sich bewußt gegen Gott entscheidet oder ihn lästert und verflucht, kann selbst Jesus nichts mehr tun. Deutlich wird dies im Lukas-Evangelium: Jesus hängt am Kreuz und einer der mit ihm Gekreuzigten verhöhnte ihn. Der andere Mitgekreuzigte wies den ersten zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein! (vgl. Lk 23,40-43) – Eine wahrhaft frohe Botschaft. Der sogenannte Schächer wurde durch den Glauben an den Sohn Gottes gerecht gemacht. Gott verzeiht dem, der umkehrt und glaubt, noch im letzten Augenblick. – Heinz Josef Ernst

Die Predigt von Erzbischof Schick befindet sich auf KATH.NET

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Der schönste Tag deines Lebens

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„Wer Ohren hat zum Hören, der höre!“ Mit dieser Aufforderung an seine Zuhörer bekräftigt Jesus stets die Botschaft seiner Gleichnis-Erzählungen über das Reich Gottes. (Siehe Lukas Kapitel 8 oder Matthäus Kapitel 13)

Das Gleichnis vom Sämann. „Der Samen, den dieser ausstreut, ist das Wort Gottes. Der Sämann ist Gott selbst, der seit Beginn der Welt an unserem Heil arbeitet. Er hat sich nicht damit begnügt, seine Diener zu senden, sondern ist in Jesus Christus selbst gekommen…“ (Heiliger Johannes Maria Vianney, Pfarrer von Ars)

Was geschieht mit diesem Samen, dem Wort Gottes? Wer nimmt es wirklich auf und hält daran fest? Gott hat alles für unser Heil bereitet. Es genügt nicht, von Zeit zu Zeit einmal wieder an Gott zu denken. Er ist immer gegenwärtig, er umgibt uns von allen Seiten, er spricht zu uns durch die Wirklichkeit des Alltags, in der Stille, der Einsamkeit, in den menschlichen Begegnungen. Sehen wir jeden neuen Tag als ein Geschenk an, als eine neue Möglichlichkeit, Ihm zu begegnen. Oder um es mit Mark Twain auszudrücken: „Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden“. – HJE

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Die Zeit für die Erreichung des Lebensziels nutzen

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Bevor Aktivitäten gestartet werden, braucht das Unternehmen eine klare Zielsetzung. Zielsetzung ist in anderer Weise auch im privaten Leben wichtig. Ohne Ziel können Handlungen und Vorhaben ins Leere laufen und ergeben letztlich keinen Sinn.

Da stellt sich also die Sinnfrage, die Frage nach dem eigentlichen Ziel unseres irdischen (christlichen) Lebens. Hören wir zunächst hinein in ein Gespräch über den Heiligen Geist zwischen dem großen  Starzen (Mönch) Seraphim von Sarov und seinem Freund Motovilov.

Motovilov berichtet: Der Tag war trüb, Schnee lag zentimeterhoch auf der Erde, als Vater Seraphim mit mir das Gespräch in der Nähe seiner Einsiedelei begann. „Der Herr offenbarte mir“, sagte der große Starez, „dass ihr schon seit Eurer Kindheit wissen wollt, worin das Ziel unseres christlichen Lebens besteht. Bei vielen wichtigen geistlichen Personen habt Ihr darüber schon zu wiederholten Malen gefragt. Niemand aber hat Euch darüber etwas Genaues gesagt. Man hat Euch gesagt: Geh in die Kirche, bete zu Gott, erfülle die Gebote Gottes, tue Gutes – darin besteht auch für dich das Ziel des christlichen Lebens. Andere waren sogar schlecht zu sprechen auf Euch, weil Ihr Euch mit einer Gott nicht wohlgefälligen Neugier beschäftigen würdet und sagten zu Euch: Such nicht das, was für dich zu hoch ist. Man hat aber nicht so zu Euch gesprochen, wie es eigentlich sein sollte. Ich, der arme Seraphim, erkläre Euch nun, worin tatsächlich dieses Ziel besteht.“

„Gebet, Fasten, Nachtwachen und alle anderen christlichen Taten sind soweit nicht schon von sich aus gut, als in der Tätigkeit allein noch nicht das Ziel unseres christlichen Lebens besteht, wenn sie auch unabdingliche Mittel zum Erreichen des Zieles sind. Das wahrhaftige Ziel unseres christlichen Lebens jedoch besteht in der Erlangung des heiligen Geistes Gottes. Fasten aber und Nachtwachen, Gebet oder Wohltätigkeit, alle um Christi Willen verrichtete guten Werke sind Mittel zur Erlangung des Heiligen Geistes Gottes.“

„Merkt, Freund, dass nur das gute Werk, das für Christus getan wird, uns die Früchte des Heiligen Geistes bringt. Alles, was nicht für Christus getan wird, mag es auch gut sein, bringt uns im Leben der zukünftigen Welt keinen Lohn, ja sogar im hiesigen Leben gewährt es uns nicht die Gnade Gottes.“

„So ist es, mein Gottesfreund. So besteht im Erlangen dieses Heiligen Geistes das wahre Ziel unseres christlichen Lebens, Gebet hingegen, Wachen, Fasten, Almosen und andere um Christi willen verrichtete Tugenden sind nur die Mittel zur Erlangung des Heiligen Geistes.“

„Was ist das, Erlangung?“ fragte ich Vater Seraphim, „ich verstehe das nicht.“

„Erlangung ist ganz dasselbe wie Erwerben“, antwortete er mir. „Ihr versteht doch, was Geld verdienen heißt? Genau so verhält es sich mit der Erlangung des Heiligen Geistes. Ihr versteht doch, was im weltlichen Sinn Erwerben bedeutet, mein Gottesfreund? Das Lebensziel der Leute im Allgemeinen ist das Geldverdienen, bei den Adeligen darüber hinaus, der Empfang von Ehrungen, Auszeichnungen und anderer Belohnungen im Staatsdienst. Das Erwerben des Heiligen Geistes ist ebenso ein Kapital, nur ist es gnadenhaft und ewig und es wird auf ein und demselben Wege erworben wie Geld, staatliche Verdienste und zeitliche Güter, eines ist dem anderen sehr ähnlich. Gott das Wort, unser Herr und Gottmensch Jesus Christus vergleicht das Leben mit einem Marktplatz, das Tun unseres Lebens nennt Er einen Einkauf und uns allen sagt Er: „Kauft, bis Ich komme, kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse“, das heißt, gewinnt die Zeit zum Empfang der himmlischen Güter über die irdischen Waren. Die irdischen Waren, das sind die Tugenden, die für Christus getan werden und die uns die Gnade des Allheiligen Geistes erlangen. (Das Gespräch wurde entnommen aus Feuer & Licht Nr. 178, Juni 2010)

Kommentar: Natürlich kann niemand den Heiligen Geist „kaufen“ – dass hatte der Apostel Petrus auch einem Mann namens Simon klargemacht – siehe Apostelgeschichte 8,18-21: „Als Simon sah, dass durch die Handauflegung der Apostel der Geist verliehen wurde, brachte er ihnen Geld und sagte: Gebt auch mir diese Macht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt. Petrus aber sagte zu ihm: Dein Silber fahre mit dir ins Verderben, wenn du meinst, die Gabe Gottes lasse sich für Geld kaufen. Du hast weder einen Anteil daran noch ein Recht darauf, denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott.“

Für die Getauften und Gefirmten können die Aussagen des Seraphim von Sarov so verstanden werden: In der heiligen Firmung spricht der Bischof „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem heiligen Geist.“ Es handelt sich dabei um eine Berufung zum Leben in Gott, zur Nachfolge Jesu Christi. Es ist eine anfanghafte Gnade, also noch nicht die ganze Fülle des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist will den Firmanden anspornen zu Taten der Liebe, zum Einsatz für das Reich Gottes, damit die Früchte des Geistes heranreifen und sichtbar werden. Der Galaterbrief sagt dazu: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue (Gal 5,22)

Frucht bringen ist auch die Verheißung Jesu im Johannes-Evangelium im Kapitel 15,1-17: Christus ist der wahre Weinstock. Die Voraussetzung, Frucht zu bringen, ist, als Rebe am Weinstock mit ihm verbunden zu bleiben. Wenn die Rebe abgeschnitten ist, verdorrt sie.

Wenn Seraphim von Sarov über das Erwerben den Heiligen Geistes spricht und auf die Worte Jesu hinweist, denkt er sicher an das Kapitel 16,9-13 bei Lukas, in dem es um den richtigen Gebrauch der irdischen Güter geht. Paul Gerhard Müller kommentiert: „Wie der korrupte Verwalter im Kapitel Lukas 16 sollen sich die Jünger mit dem „ungerechten Mammon“ Freunde machen, damit sie in die „ewigen Zelte“ Gottes beim Endgericht aufgenommen werden, „wenn er aufhört“. Klugheit besteht für den Jünger darin, den Reichtum geschickt für die Armen zu verwenden, sich durch Almosengeben auf Zukunft hin bei Gott „abzusichern“ (siehe Lk 12,33), da die irdische Existenzsicherung durch Geld plötzlich im Tod aufhört. Mit „Freunde machen“ ist Gott gemeint, nicht die Armen. Der Mammon ist schon deswegen ungerecht, weil der ungleich verteilte Reichtum prinzipiell eine Unrechtssituation schafft, solange er nicht solidarisch und gerecht in Verteilung gebracht wird (Vgl. Sir 5,8; 27,1f; Mk 4,19)

Lukas 12,33: „Verkauft alles, was ihr habt, und gebt es als Almosen. Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz in den Himmeln, der nicht versiegt, wo kein Dieb herankommt und keine Motte zerstört. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“

Ein Heiliger des 20. Jahrhunderts, Maximillian Kolbe, der bekanntlich anstelle eines Familienvaters freiwillig in den Tod ging, hatte eine sehr zielgerichtete Auffassung über die Verwendung des Geldes: Maximilian gab die Zeitschrift ‚Immaculata‘ heraus und verwendete die seinerzeit modernsten Druckmaschinen. Ein Mitbruder hatte deswegen Bedenken und fragte: „Was würde unser Ordensgründer, der heilige Franz von Assisi dazu sagen?“ Maximillian erwiderte: Franz würde dies begrüßen und sagen, ‚für das Reich Gottes muß alles in die Waagschale geworfen werden!‘

Heinz Josef Ernst

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Freude am Evangelium

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Michael Papenkordt (im Vordergrund)
Michael Papenkordt (im Vordergrund)

Um den ganzen Globus herum hat sich die Arbeit der katholischen Laienmissionsgesellschaft ICPE ausgedehnt. Michael Papenkordt, der am 14. Mai 2009 in Heilig Kreuz Villingen über das Thema: „Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über“ referierte, stellt im CE-Infodienst seine Gemeinschaft vor und kündigt dabei den Umzug von Allerheiligen im Schwarzwald nach Mannheim an. – Lesen Sie seinen Artikel! >>>Download

Die Gemeinschaft ICPE wurde 1985 auf Malta gegründet. Der offizielle Name ist „Institute for World Evangelisation“. Der Untertitel lautet: „To know Christ and make him known“ (Christus kennen und ihn bekanntmachen). Das internationale Büro ist in Rom angesiedelt; Niederlassungen gibt es in folgenden Ländern: Deutschland, Ghana, Indien, Indonesien, Malta, Neuseeland, Philippinen, Polen und Singapur.

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„Wir können unmöglich schweigen…

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…von dem, was wir gesehen und gehört haben.“ (Petrus vor dem Hohen Rat, Apostelgeschichte 4, 20). Die Jünger Jesu bezeugten ihren Herrn freimütig vor dem ganzen Volk der Juden. Auch ihre Verhaftung und das Verbot, je wieder im Namen Jesu zu sprechen und zu lehren, konnten sie nicht an ihrem Zeugnis für den Auferstandenen hindern. – Es sollte auch für uns keine Last oder schwere Verpflichtung sein, über Jesus Christus und sein Werk der Erlösung zu sprechen, zumal es bei uns keine Einschränkung der Religionsfreiheit gibt. –

Der heilige Paulus zum Beispiel konnte nur aufgrund seiner persönlichen Begegnung mit Jesus seinen Weg der furchtlosen Verkündigung gehen. Dabei war er oft Verfolgungen und großen Strapazen ausgesetzt. Und heute sind es Männer und Frauen in vielen Ländern, die selbst unter Folter und Todesgefahr die Frohe Botschaft bezeugen. Stellvertretend für viele andere sei hier die bekannte Sängerin Helen Barhane aus Eritrea genannt: Sie war 30 Monate wegen ihres christlichen Bekenntnisses unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert und mußte Folter und Demütigungen ertragen. Sie sagt: „Jemand, der stark im Glauben ist, kann selbst durch Folter nicht geschwächt, sondern nur gestärkt werden.“ Siehe Bericht: „Gefängnisse für Christen“.

Unter dem Titel: „Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“ (vergl. Lukas 6,45) fand im Mai 09 ein Vortrag von Michael Papenkordt aus der internationalen Gemeinschaft ICPE im Gemeindezentrum Heilig Kreuz, Villingen, statt. – Worüber rede ich dauernd?  Wovon ist mein Herz voll? Der Referent betonte, dass es ein Privileg sei, die frohe Botschaft weiterzugeben. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der Weitergebende das Evangelium selbst angenommen und damit auch im Herzen hat. „Du mußt nicht evangelisieren; wer aber selbst evangelisiert wurde, wird selbst auch evangelisieren. Wer es aber nicht tut, sollte ehrlich mit sich sein, denn er hat das Evangelium noch nicht wirklich für sich angenommen.“

Jesus sagt uns im Matthäus-Evangelium (Kapitel 6,33): „Suchet zuerst das Reich Gottes, und alles andere wird euch dazugegeben werden.“ – Der Referent: „Wenn wir das Reich Gottes nicht zuerst suchen, suchen wir es überhaupt nicht!“

Jesus lebt heute; er möchte alle Menschen erreichen, damit sie Anteil an seinem göttlichen Leben bekommen. Diejenigen, die bereits zu ihm gehören, sollen seine Boten sein. Jesus möchte Menschen durch Menschen erreichen. Aber er findet auch Wege zu Menschen  in Ländern, in denen Evangelisation streng verboten ist. So sind zum Beispiel ca. 100000 Muslime im „Gottesstaat“  Iran Christen geworden; dies, obwohl auf „Abfall“ vom Islam nach islamischen Recht die Todesstrafe oder Folter/Auspeitschung steht.

Heinz Josef Ernst

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„…ich verkünde euch eine große Freude!“

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sprach der Engel des Herrn – siehe Lukas-Evangelium 2,1-14.

Das Fest der Geburt des Herrn feierte man ab 335 in Rom. Der eigentliche Geburtstag Jesu ist nicht bekannt. Dass das Fest auf den 25. Dezember gelegt wurde, hat symbolische Bedeutung. Bisher begangen die Römer am 25. Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende, das Fest der heidnische Gottheit „sol invictus“. Diese galt als  unbesiegbarer Sonnengott. Seine Ablösung durch Christus, der allein das wahre Licht ist, war folgerichtig. 

Der Grund unserer Freude ist also Jesus Christus; in ihm macht uns Gott frei von  alten und modernen „Göttern“, von allen Abhängigkeiten!

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Gottes Weisheit

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Der Heilige Paulus schreibt im Ersten Brief an die Korinther:

„Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit;
uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft.

Es heisst nämlich in der Schrift:

Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen und die Klugheit der Klugen verschwinden. Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortführer in dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt? Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten. Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkünden Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das törrichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.“

Am 14. September feiert die Kirche das Fest „Kreuzerhöhung“. Nach einem Bericht aus der Zeit um 600 ist die Auffindung des heiligen Kreuzes unter Kaiserin Helena am 14. September 320 geschehen. Konstantin baute für das Kreuz das Martyrion, auch „Ad Crucem“ genannt, neben der Anastasis, der Auferstehungs- oder Grabeskirche. Diese Kirchenbauten wurden am 13. September 335 geweiht. Der Kirchweihgedenktag war folglich der 14. September. (Aus: Theodor Schnitzler: „Die Heiligen im Jahr des Herrn“, Herder-Verlag)

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Der Weg zum wahren Frieden

Eine Stunde mit IHM

Eucharistische Anbetung
mit Lobpreisliedern
Eine Stunde mit Jesus:
„Er schaut mich an – ich schaue IHN an“

Ort: Heilig-Kreuz-Kirche,
Hochstraße 34,
78048 VS-Villingen.

Nächster Termin:
Freitag, 8. November 2019, 20 Uhr
Kontakt: heinzernst@jesus.de
Telefon: 01523 362 5939

Das Erbarmen unseres Herrn

„24 Stunden für den Herrn“

Heute mehr Märtyrer als in den ersten Jahrhunderten

ABDUL: Allah, Buddha oder Jesus? Führen alle Wege zu Gott?

Jesus is the LORD – Charismatiker zu Pfingsten in Rom

Komm Schöpfer Geist

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